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Drachenblut (Auszug)Von einem Augenblick zum nächsten war alles anders. Plötzlich störten ihn die Skateboards, ihr Geratter, das ewige hin und her. Der ganze Platz ging ihm auf die Nerven. Der rissige Beton war hart und kalt. Wie gerne hätte er sich auf sein Jackett gesetzt. Aber hier legte man sich kein Polster unter den Hintern, außer man war Touri oder über 30. Er drehte sich zur Seite und zog die Beine hoch. Nun saß er noch unbequemer als vorher, noch dazu in dieser lächerlichen Haltung. Und von hinten kam schon wieder einer angebrettert. Das Skateboard flitzte an ihm vorbei und schrammte sekundenlang gefährlich nah an der Kante entlang. Kurz vor der Kippe hob der Skater ab und segelte mit ausgebreiteten Armen durch die Luft, ohne dabei den Kontakt mit seinem Brett zu verlieren. Gleich darauf krachten die Räder mit voller Wucht auf den Beton. Unwillkürlich zuckte er zusammen. Der Schall erreichte die weiße Museumswand und brach sich an den Glasscheiben. Sekundenlang hüpfte das Echo zwischen den umliegenden Häusern hin und her wie ein aus der Kontrolle geratener Pingpongball. Kreuz und quer rollten jetzt Skateboards über den Platz. Eine Gruppe Jugendlicher in Kapuzenpullis zog an ihm vorüber, ohne ihn eines Blickes zu würdigen. Ein Touristenpaar in orangefarbenen Anoraks setzte sich in seine Nähe. Die Frau packte Käse und Oliven aus einer Plastiktüte. Der Mann holte ein Schweizer Messer aus seiner Hosentasche, er konnte das goldene Kreuz auf rotem Email genau erkennen. Bald lag der Käse in Dreiecke geschnitten auf einer geblümten Papierserviette und der säuerliche Geruch eingelegter Oliven stieg ihm in die Nase. Er drehte den Kopf zur Seite. Von hinten kam wieder ein Springer angerollt. Diesmal schaute er sich nicht um. Er wusste auch so, dass sie dort drinnen waren. |
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